Call for Designers and Shops
Einreichen bis 31. JĂ€nner 2021
© Miriam Raneburger

Die Creative Industries Styria koordiniert und organisiert den Designmonat Graz und setzt damit ein starkes öffentliches Zeichen fĂŒr den Wert von Design fĂŒr Wirtschaft und Gesellschaft. Sie bĂŒndelt die KrĂ€fte des heimischen Designs unter einem gemeinsamen Vermarktungsschirm, sorgt fĂŒr die nötige Awareness und trĂ€gt sie medial ĂŒber zahlreiche KanĂ€le nach außen. Wenn Sie als DesignerIn oder ShopinhaberIn teilnehmen wollen, bewerben Sie sich fĂŒr den Call for Designers & Shops bis 31. JĂ€nner 2021. Schicken Sie dafĂŒr Ihren Beitrag mit allen erforderlichen Informationen als PDF. Bitte nutzen Sie dafĂŒr dieses Formular und senden dieses gemeinsam mit dem Bildmaterial an designinthecity@cis.at

Sie wollen mit PrÀsentationen, Events, Ausstellungen, Workshops oder einzelnen Programmpunkten am Designmonat Graz teilnehmen? dann reichen Sie bei dem Call for Programme ein.

Design in the City

Design in the City ist ein Format im Designmonat Graz, das Menschen die Möglichkeit bietet, Design abseits von Ausstellungen und Workshops zu erleben. Unternehmen und DesignerInnen präsentieren dabei außergewöhnliche Produkte, einzigartige Kollektionen, herausragende Kreationen und jede Menge Information darüber, welche Rolle Design in ihrem Betrieb spielt. Das alles geschieht dort, wo das Thema Design mit Leidenschaft gelebt wird: in den Shops und Unternehmen der Stadt. Design wird sichtbar – gesucht werden neue und aktuelle Designprodukte, die darauf warten, im Designmonat Graz einem breiten Publikum präsentiert zu werden.

Für den mittlerweile festen Bestandteil des Designmonat Graz “Design in the City” kann man sich bis 31. JĂ€nner 2021 bewerben.
Der Call richtet sich einerseits an ShopinhaberInnen, die über ihren klassischen Shop-Alltag hinaus Produktdesign präsentieren möchten, andererseits an DesignerInnen, die für ihr Produkt eine geeignete Präsentationsfläche suchen.

Daraus ergeben sich folgende Möglichkeiten

  • Sie können als Shop gemeinsam mit einem/einer DesignerIn und einem fertig konzipierten Projekt teilnehmen.
  • Sowohl Shops als auch DesignerInnen können ebenso gesondert einreichen und werden untereinander vermittelt. In diesem Fall sucht die Kuratorin nach passenden KooperationspartnerInnen.

Die Objekte werden während des gesamten Designmonat Graz im Shop ausgestellt und können durch ein Auftaktevent, eine Präsentation, ein “Meet the Designer” und/ oder einen Workshop ergänzt werden.

 

Einreichkriterien

Die Einreichung der Programmpunkte fĂŒr den Designmonat Graz erfolgt ausschließlich ĂŒber das auszufĂŒllende PDF.

Beschreiben Sie Ihr Projekt anhand des online zur VerfĂŒgung gestellten Formulars mit allen relevanten Eckdaten und laden Sie aussagekrĂ€ftige Bilder zum Projekt hoch (max. 4 Bilder, BildgrĂ¶ĂŸe: max. 2 MB, Querformat, inklusive Credits).

Facts & Figures zum Program
Wer? Was? Warum? Wo? Wie lange?

Detailliertere Projektbeschreibung
Veranstaltungskonzept, Finanzierung, Bildmaterial, Location, etc.

Der Member-Status wird im Zuge des Anmeldevorgangs abgefragt. Mit Abschicken des Formulars bestĂ€tigen Sie – sofern noch keine Registrierung als Member vorliegt – automatisch eine Free-Membership. Informationen zur Membership finden Sie unter www.cis-member.at

 

Folgendes ist besonders zu beachten

Eigenverantwortung
Format und Art der Veranstaltung sind den Einreichenden ĂŒberlassen – ob PrĂ€sentation, Event, Ausstellung, Workshop, ein einzelner Programmpunkt oder eine Programmserie. Der Programmpunkt ist bei Einreichung fertig konzipiert. Ideenskizzen fĂŒr Projekte und Arbeiten in der Konzeptionsphase können nicht berĂŒcksichtigt werden.

Eigeninitiative
Der Erfolg des eingereichten Programmpunkts hĂ€ngt wesentlich von der Initiative der Einreichenden ab. Der Designmonat Graz versteht sich als Vermarktungsschirm, unter dem eine Vielzahl an Programmpunkten Platz finden. Das ersetzt jedoch nicht den persönlichen Einsatz und das Eigenmarketing fĂŒr die Veranstaltung.

Eigenfinanzierung
Die Kosten fĂŒr die Teilnahme betragen fĂŒr Shops 300 Euro (exkl. Ust.). FĂŒr Full Member der CIS
ist die Teilnahme kostenlos. Ebenso fĂŒr die teilnehmenden DesignerInnen. Programmpunkte mĂŒssen auf eigene Kosten finanziert werden. Die Creative Industries Styria kann keine finanziellen Mittel fĂŒr die Umsetzung zur VerfĂŒgung stellen!

 

Leistungen der Creative Industries Styria

Die Creative Industries Styria als Initiatorin und Organisatorin des Designmonat Graz nutzt alle zur VerfĂŒgung stehenden KanĂ€le der Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit, um die Programmpunkte regional, national und international zu kommunizieren. Zum Designmonat Graz erscheinen ein Magazin, ein Kalendarium, ein Pocket Guide sowie eine Dokumentation. Alle Informationen sind außerdem auf www.designmonat.at in deutscher und englischer Sprache abrufbar, wie auch ĂŒber die Social Media-KanĂ€le.

Koordination der Programmpunkte‹
Die Creative Industries Styria hat die Übersicht ĂŒber alle eingereichten Programmpunkte. Das ermöglicht die beste zeitliche Platzierung des eingereichten Pro- grammpunkts und verhindert Überschneidungen.

Support bei der Vermarktung‹
Die Creative Industries Styria kommuniziert das Gesamtprogramm und den Designmonat Graz als Marke. Damit unterstĂŒtzt sie auch die Vermarktung der eingereichten Programmpunkte. Medienarbeit fĂŒr einzelne Programmpunkte erfolgt in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den PartnerInnen.

Bitte beachten Sie bei der Planung der Events, dass aufgrund der aktuellen Situation die Events ggf. nicht wie geplant mit einer grĂ¶ĂŸeren Menschenmenge stattfinden können. Wir bitten Sie daher auch einen Plan B bereitzuhalten.
Call for Designers & Shops | Designmonat Graz 2021
Einreichen bis 31. JĂ€nner 2021

Bitte nutzen Sie fĂŒr die Einreichung dieses Formular und senden dieses gemeinsam mit dem Bildmaterial an designinthecity@cis.at

In der KW6 2021 werden alle BewerberInnen umgehend von der Kuratorin ĂŒber eine Teilnahme im Format “Design in the City” informiert.

Kontakt
Theresa Freydl
Creative Industries Styria
+43 (0) 316 890598-16
designinthecity@cis.at

Call for Programme
Einreichen bis 31. JĂ€nner 2021

Die Creative Industries Styria koordiniert und organisiert den Designmonat Graz und setzt damit ein starkes öffentliches Zeichen fĂŒr den Wert von Design fĂŒr Wirtschaft und Gesellschaft. Sie bĂŒndelt die KrĂ€fte des heimischen Designs unter einem gemeinsamen Vermarktungsschirm, sorgt fĂŒr die nötige Awareness und trĂ€gt sie medial ĂŒber zahlreiche KanĂ€le nach außen. Wenn Sie mit PrĂ€sentationen, Events, Ausstellungen, Workshops oder einzelnen Programmpunkten teilnehmen wollen, bewerben Sie sich fĂŒr den Call for Programme bis 31. JĂ€nner 2021. Schicken Sie dafĂŒr Ihren Beitrag mit allen erforderlichen Informationen als PDF. Bitte nutzen Sie dafĂŒr dieses Formular und senden dieses gemeinsam mit dem Bildmaterial an barbara.nussmueller@cis.at. Der Designmonat Graz richtet 2021 seinen Programmfokus auf das Thema Better Future und wird daher eingereichte BeitrĂ€ge zum Programmfokus bevorzugt berĂŒcksichtigen.

Sie sind DesignerIn oder ShopinhaberIn? Dann reichen Sie fĂŒr Design in the City ein.

Einreichkriterien

Die Einreichung der Programmpunkte fĂŒr den Designmonat Graz erfolgt ausschließlich ĂŒber das auszufĂŒllende PDF. Beschreiben Sie Ihr Projekt anhand des online zur VerfĂŒgung gestellten Formulars mit allen relevanten Eckdaten und laden Sie aussagekrĂ€ftige Bilder zum Projekt hoch (max. 4 Bilder, BildgrĂ¶ĂŸe: max. 2 MB, Querformat, inklusive Credits).

Facts & Figures zum Program
Wer? Was? Warum? Wo? Wie lange?

Detailliertere Projektbeschreibung
Veranstaltungskonzept, Finanzierung, Bildmaterial, Location, etc.

Der Member-Status wird im Zuge des Anmeldevorgangs abgefragt. Mit Abschicken des Formulars bestĂ€tigen Sie – sofern noch keine Registrierung als Member vorliegt – automatisch eine Free-Membership. Informationen zur Membership finden Sie unter www.cis-member.at

 

Folgendes ist besonders zu beachten

Eigenverantwortung
Format und Art der Veranstaltung sind den Einrei-chenden ĂŒberlassen – ob PrĂ€sentation, Event, Ausstellung, Workshop ein einzelner Programmpunkt oder eine Programmserie. Der Programmpunkt ist bei Einreichung fertig konzipiert und kalkuliert. Ideenskizzen fĂŒr Projekte und Arbeiten in der Konzeptionsphase können nicht berĂŒcksichtigt werden.

Eigeninitiative
Der Erfolg des eingereichten Programmpunkts hĂ€ngt wesentlich von der Initiative der Einreichenden ab. Der Designmonat Graz versteht sich als Vermarktungsschirm, unter dem eine Vielzahl an Programmpunkten Platz finden. Das ersetzt jedoch nicht den persönlichen Einsatz und das Eigenmarketing fĂŒr die Veranstaltung.

Eigenfinanzierung
Jede/r TeilnehmerIn am Designmonat Graz veranstaltet auf eigene Kosten. Die Creative Industries Styria kann keine finanziellen Mittel fĂŒr die Umsetzung zur VerfĂŒgung stellen! Diese sind von den Teilnehmenden selbst zu lukrieren.

 

Leistungen der Creative Industries Styria

Die Creative Industries Styria als Initiatorin und Organisatorin des Designmonat Graz nutzt alle zur VerfĂŒgung stehenden KanĂ€le der Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit, um die Programmpunkte regional, national und international zu kommunizieren. Zum Designmonat Graz erscheinen ein Magazin, ein Kalendarium, ein Pocket Guide sowie eine Dokumentation. Alle Informationen sind außerdem auf www.designmonat.at in deutscher und englischer Sprache abrufbar, wie auch ĂŒber die Social Media-KanĂ€le.

Koordination der Programmpunkte‹
Die Creative Industries Styria hat die Übersicht ĂŒber alle eingereichten Programmpunkte. Das ermöglicht die beste zeitliche Platzierung des eingereichten Programmpunkts und verhindert Überschneidungen.

Support bei der Vermarktung‹
Die Creative Industries Styria kommuniziert das Gesamtprogramm und den Designmonat Graz als Marke. Damit unterstĂŒtzt sie auch die Vermarktung der eingereichten Programmpunkte. Medienarbeit fĂŒr einzelne Programmpunkte erfolgt in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den PartnerInnen.

Bitte beachten Sie bei der Planung der Events, dass aufgrund der aktuellen Situation die Events ggf. nicht wie geplant mit einer grĂ¶ĂŸeren Menschenmenge stattfinden können. Wir bitten Sie daher auch einen Plan B bereitzuhalten.
Call for Programme | Designmonat Graz 2021
Einreichen bis 31. JĂ€nner 2021

Bitte nutzen Sie fĂŒr die Einreichung dieses Formular und senden dieses gemeinsam mit dem Bildmaterial an barbara.nussmueller@cis.at

In der KW6 2021 findet die Jurysitzung fĂŒr den Designmonat Graz statt. Alle BewerberInnen werden umgehend ĂŒber den Ausgang informiert.

Kontakt 
Barbara NußmĂŒller
Creative Industries Styria
+43 (0) 316890598-13
barbara.nussmueller@cis.at

 

Better Future: Ein dritter Weg
von Stuart Walker

Wir leben in merkwĂŒrdigen Zeiten ‒ Zeiten, in denen viele Menschen sehr gut leben, mit komfortablen HĂ€usern, zwei Autos in der Einfahrt und Urlaub im SĂŒden. Und doch hĂ€ngen dunkle Wolken ĂŒber dieser scheinbaren Idylle: Wolken der sozialen Ungerechtigkeit und drohenden Umweltkatastrophe. Über jedem von uns hĂ€ngt außerdem noch eine Wolke: eine Wolke der Zweifel und des Unbehagens, dass wir etwas Wichtiges ĂŒbersehen haben, das irgendwie mit diesen grĂ¶ĂŸeren Problemen zusammenhĂ€ngt.

Das Thema des Designmonats Graz – „Better Future“ – wirft eine Reihe von Fragen auf: Was verstehen wir unter „Better“? Auf welcher Grundlage basiert unsere Beurteilung? Und, selbst wenn wir darauf Antworten finden können, wie erreichen wir dieses „Better“? Welchen Weg schlagen wir ein?

Die gegenwĂ€rtigen AnsĂ€tze zur Gestaltung einer besseren und nachhaltigeren Zukunft weisen erhebliche WidersprĂŒche auf. Ich möchte daher diese AnsĂ€tze hier diskutieren und in weiterer Folge eine andere Richtung vorschlagen – einen dritten Weg.

WidersprĂŒche

Zu lange haben wir versucht, sich gegenseitig ausschließende Ziele zu erreichen. Wir fördern das Wirtschaftswachstum, das in hohem Maße von Rohstoffgewinnung, Energieverbrauch, Massenproduktion und Verbrauch abhĂ€ngt – was unweigerlich zur Zerstörung von LebensrĂ€umen, zu Abfall und Umweltverschmutzung fĂŒhrt. Unser wettbewerbsorientiertes Marktsystem fördert noch dazu unsere allgemeine Unzufriedenheit und fĂŒhrt zu gravierenden sozioökonomischen KlĂŒften. Gleichzeitig behaupten wir, dass wir Nachhaltigkeit anstreben. Es sollte also niemanden ĂŒberraschen, dass diese Rechnung nicht aufgeht.

Dieser Kreislauf wird durch die kontinuierliche Entwicklung und unablĂ€ssige Vermarktung neuer Produkte und Dienstleistungen vorangetrieben. Die rasche Expansion durch Globalisierung, den ‚freien Handel‘ und die VernachlĂ€ssigung von Menschenrechts- und Umweltstandards hat auch dazu gefĂŒhrt, dass das bisher weite Spektrum an Lebensweisen zu einer einzigen verschmolzen ist. Die Menschen befinden sich jetzt weltweit auf einer Autobahn der Selbigkeit, die durch Werbung, Akquisition, Atomisierung und andere Auswirkungen unkontrollierten Wachstums gekennzeichnet ist. Und obwohl dies ein relativ junges PhĂ€nomen ist, sind die schwerwiegenden MĂ€ngel dieses Systems nur allzu offensichtlich.

Bei der Suche nach Alternativen haben sich zwei miteinander verbundene AnsÀtze herauskristallisiert:

 

Ökomodernismus

Diese Umweltphilosophie spricht sich fĂŒr wissenschaftlich fundierte, technologische Lösungen fĂŒr unsere aktuellen Dilemmata aus. Sie ist eng mit Materialismus und Naturalismus verbunden und als solches eine Fortsetzung der Moderne. TatsĂ€chlich steckt dahinter mehr Szientismus als wirkliche Wissenschaft, was in einer Art Religion resultiert – dem Glauben an die Idee des menschlichen Fortschritts.1

Technowissenschaftliche Lösungen werden nun eingesetzt, um alle Arten von Umweltproblemen in Angriff zu nehmen. Solche LösungsansĂ€tze können wichtige BeitrĂ€ge leisten, jedoch ist Vorsicht geboten. Sie als die Lösungen fĂŒr die Umweltkrise zu betrachten, kann – wie so oft – mehr schaden als nĂŒtzen, denn 1) dienen sie dazu, veraltete Werte und PrioritĂ€ten zu stĂ€rken, und 2) werden sie hĂ€ufig mit geringer SensibilitĂ€t fĂŒr den Kontext umgesetzt. Nichtsdestoweniger sind sie bei Unternehmen und Behörden beliebt, da sie zu neuen Produkten und mehr Umsatz fĂŒhren und so das Wachstum fördern. Wie bei allen anderen Produkten hĂ€ngen jedoch auch hier ihre Herstellung und Verwendung von der Ausbeutung der natĂŒrlichen Umwelt ab. Folglich ist der Ökomodernismus in seiner Voraussicht eher begrenzt. Er nĂ€hrt unsere Sucht nach wachstumsbasierter Ökonomie, statt sie in Frage zu stellen und hĂ€lt uns auf unserem gegenwĂ€rtigen Kurs des Konsums.

Nachhaltige Entwicklung

In jĂŒngster Zeit hat die nachhaltige Entwicklung weltweit an Bedeutung gewonnen. Unter dem Begriff versteht man fĂŒr gewöhnlich die miteinander verbundenen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen menschlicher Handlungen – die Triple Bottom Line. Programme zur Umsetzung nachhaltiger Lösungen haben zugenommen. Dazu gehören: die Lebenszyklusanalyse, Cradle to Cradle, The Natural Step, hybrides LeistungsbĂŒndel und die Kreislaufwirtschaft. Daraus haben sich auch die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen und des Übereinkommens von Paris ergeben.

Trotz dieser Initiativen steigen die Emissionen weiter an, schwindet der Artenreichtum dahin und ist die Kluft zwischen Arm und Reich innerhalb und zwischen den Nationen nach wie vor unĂŒbersehbar groß.

Wie beim Ökomodernismus geht es bei der nachhaltigen Entwicklung in erster Linie um extrinsische Werte und Vorteile, und auch dies steht weitgehend im Einklang mit dem Wirtschaftswachstum und der Konsumförderung. Auf einem Planeten mit enden wollenden Ressourcen ist das unhaltbar. TatsĂ€chlich hat Elkington, ein BefĂŒrworter der Triple Bottom Line, kĂŒrzlich erklĂ€rt, dass dieser Ansatz nicht funktioniert hat, weil er nicht auf integrierte Weise ĂŒbernommen wurde. Die verschiedenen Komponenten wurden getrennt und der Wirtschaft wurde immer Vorrang gegeben.2

Nachhaltige Entwicklung ist zwar umfassender als der Ökomodernismus, wird jedoch durch konventionelles Denken auf Ă€hnliche Weise ausgebremst. Weitere fundamentale VerĂ€nderungen sind erforderlich, wenn wir uns von den aktuellen Vorstellungen von einem guten Leben lösen wollen. Manch einer hat etwa eine stationĂ€re Wirtschaft und Entwicklung ohne Wachstum vorgeschlagen.3 Außerdem muss der Gesamtverbrauch von GĂŒtern und Dienstleistungen gesenkt werden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass solche VorschlĂ€ge von EntscheidungstrĂ€gern in der Politik oder der Wirtschaft begrĂŒĂŸt werden.

Uns wird stĂ€ndig gesagt, wir können alles haben, wir können jetzt kaufen und spĂ€ter zahlen, wir sind es uns selbst wert. Aber die Stimmung ist am Kippen. Der unendliche Konsum hat nicht nur ruinöse Konsequenzen, sondern ist auch mit persönlichem GlĂŒck unvereinbar. Zunehmende Besorgnis, insbesondere unter jungen Menschen, lĂ€sst solche Illusionen langsam bröckeln.

Untersuchungen haben ergeben, dass in konsumstarken Gesellschaften wie den USA Menschen den Zusammenhang zwischen Besitz und einem guten Leben in Frage stellen. Beobachtet werden kann außerdem die Entstehung weniger konsumorientierter GeschĂ€ftsmodelle, die kurzlebige Produkte durch Produktlebensdauer und Serviceleistungen ersetzen, Produkte via Tool-Bibliotheken teilen und WerkstĂ€tten und ReparaturrĂ€ume sowie Einkaufszentren etablieren, die nur reparierte Produkte verkaufen. All diese Ideen leisten wichtige BeitrĂ€ge, sind aber angesichts der GrĂ¶ĂŸenordnung der anstehenden Aufgabe eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Es ist unumgĂ€nglich, dass wir darĂŒber hinaus den Nettobedarf an natĂŒrlichen Ressourcen drastisch reduzieren. Dematerialisierung kann dabei helfen, aber Entkonsumierung ist ebenfalls unumgĂ€nglich. Dies wird nicht einfach sein, da der Konsumismus in unseren Vorstellungen von Entwicklung, Fortschritt und Wachstum so verankert ist.

Der dritte Weg

Wenn wir weiterhin nur nach ‚da draußen‘ schauen und uns auf extrinsische Probleme konzentrieren, werden wir nicht zum Kern der Sache kommen. Wir mĂŒssen uns zusĂ€tzlich dazu tiefgreifender mit uns selbst befassen. Der Weg zur Genesung muss auch innere Entwicklung und intrinsische Belohnungen beinhalten. Dies erfordert einen Umbruch der Werte und PrioritĂ€ten ‒ einen Gesinnungswandel.

Spirituelle Lehren warnen seit jeher vor Habgier und Gewinnsucht, davor, sich von Sinnesfreuden und unersĂ€ttlicher Neugier beherrschen zu lassen, da dies Hindernisse fĂŒr Zufriedenheit und wahres GlĂŒck sind. Wenn unsere Gedanken von Mode, Trends und den neuesten Produkten beherrscht werden, verlieren wir unser Selbstbewusstsein, das nur durch ZurĂŒckhaltung und Selbstbeherrschung wiederhergestellt werden kann. Bezeichnenderweise beschreiben moderne geistige FĂŒhrer unser gegenwĂ€rtiges System als ein System der Ungleichheit, Ausgrenzung, GleichgĂŒltigkeit und Zerstörung – ein System, in dem wir unfĂ€hig werden, MitgefĂŒhl zu empfinden.4

Alle wichtigen spirituellen und philosophischen Traditionen sagen uns, dass wir uns im tiefsten Inneren erst weiterentwickeln, wenn wir von selbst-orientierten zu selbst-transzendierenden Werten und PrioritĂ€ten ĂŒbergehen. Persönliche Verwirklichung und die Schaffung eines sinnvollen Lebens werden durch das Selbst transzendierende Werte gepflegt. Dementsprechend fĂŒhrt unser gewandeltes Handeln in der Welt zu qualitativ unterschiedlichen Lösungen. Inneres und Äußeres werden gegenseitig informierend und vereinheitlicht, wodurch die Unterscheidung zwischen Subjektiv und Objektiv, zwischen Fakten und Werten, verschwimmt. Anstatt die Welt als Ressource zu sehen, die ‚verfĂŒgbar‘ ist und genutzt werden muss, entsteht ein ganzheitlicheres VerstĂ€ndnis unseres Selbst als Teil der Welt.

Entscheidend ist, dass dieses vereinheitlichte VerstĂ€ndnis die Bedeutung nichtrationaler Denkweisen wie Intuition und Vorstellungskraft sowie menschlicher Erfahrung und traditionellem Wissen anerkennt. Diese sind mit Sinnfragen und Vorstellungen von Tugend sowie mit der ‚rechten GehirnhĂ€lfte‘, die fĂŒr Synthese und KreativitĂ€t steht, verbunden. Diese Richtung ist daher stark mit den Ideen, Denkprozessen und Praktiken des Designs verbunden, insbesondere mit dem Design, das ĂŒber den funktionalen oder wirtschaftlichen Nutzen hinausgeht und einen ganzheitlicheren Ansatz verfolgt.

Dieser dritte Weg fĂŒr Design ist in der inneren Weiterentwicklung verwurzelt. Er lehnt Agenden ab, die soziale Spaltung, Unzufriedenheit und Eitelkeit fördern, und hinterfragt Innovationen um ihrer selbst willen. Er ist eine Form des Designs, die das Ausreichende, Lokalisierung, die Dinge, die wir haben, herstellen und pflegen, und Entwicklung von Initiativen und Diensten schĂ€tzt, die dazu beitragen, das GemeinschaftsgefĂŒhl wiederherzustellen.

Diese Richtung kann durch kooperativere GeschĂ€ftsmodelle und durch staatliche Maßnahmen erleichtert werden, die positive VerĂ€nderungen auf lokaler Ebene unterstĂŒtzen. Alle diese Bereiche tragen dazu bei, eine umfassendere und substanzielle Rolle fĂŒr Design bei der Gestaltung einer aussagekrĂ€ftigeren materiellen Kultur und einer nachhaltigen Zukunft zu definieren.

Stuart Walker © magination Lancaster

Professor Stuart Walker hat den Lehrstuhl fĂŒr Design fĂŒr Nachhaltigkeit an der Lancaster University in Großbritannien inne, wo er das ImaginationLancaster Design Research Lab mitbegrĂŒndet hat. Er ist außerdem Gastprofessor fĂŒr Nachhaltiges Design an der Kingston University in London und emeritierter Professor an der University of Calgary in Kanada. Seine Forschung untersucht ökologische, soziale und spirituelle Aspekte der Nachhaltigkeit. Seine konzeptuellen Designarbeiten wurden international ausgestellt. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehörten unter anderem Sustainable by Design; Design for Life und Design Realities.

www.stuartwalker.org.uk

Anmerkungen

1 Gray, J. (2018) Seven Types of Atheism, Penguin Books, London, S.3.

2 Elkington, J. (2018) 25 Years Ago I Coined the Phrase “Triple Bottom Line.” Here’s Why It’s Time to Rethink it, Harvard Business Review, Harvard Business Publishing, Brighton, MA, 25. Juni 2018, verfĂŒgbar unter: https://hbr.org/2018/06/25-years-ago-i-coined-the-phrase-triple-bottom-line-heres-why-im-giving-up-on-it, Stand 4. Juni 2019.

3 Daly, D. (2007) Ecological Economics and Sustainable Development: Selected Essays of Herman Daly, Edward Elgar, Cheltenham, Großbritannien, S. 228-236.

4 Bergoglio, J. M. (Papst Franziskus) (2013) Evangelii Gaudium, Vatican Press, Vatikanstadt, S. 45-48.