Events, Lectures
REDESIGN THE FUTURE – TAG 2
11.05.2021 | Online-Event
Wann
11.05.2021
Wo

„Redesign the future“ – so lautet der Titel des Online-Symposiums im Designmonat Graz, das von der FH JOANNEUM und der Creative Industries Styria in Zusammenarbeit mit dem Green Tech Cluster veranstaltet wird. In drei Panels präsentieren internationale Speaker Lösungen und Best-Practice-Beispiele für das Großprojekt der Zukunft – nämlich die Rettung derselben. Design wird dabei eine entscheidende Rolle übernehmen.

Eigentlich war die Zukunft schon geplant. Man kannte die Probleme und auch die Lösungen. Umsetzen war angesagt. Und dann kam alles anders, und zwar ganz schnell. „Morgen ist das Heute schon wieder von gestern“, sagt man dann gerne. Also zurück an den Start. Es geht heute mehr denn je darum, die Zukunft neu zu denken und neu zu gestalten. Das ist auch das große Thema des Online-Symposiums, das sich der Zukunft auf unterschiedliche Art und Weise nähert. Dafür wird es auch einen philosophischen und spirituellen Unterbau brauchen, wie Stuart Walker in seinem aktuellen Buch „Design and Spirituality“ beschreibt. Er wird das Symposium mit einer Keynote eröffnen. Danach folgen 3 Panels, die sich folgender Themen annehmen: die Zukunft der Designausbildung, das komplexe Themenfeld Klima im urbanen Raum sowie Design, das den Menschen noch stärker ins Zentrum rückt.

Tag 2
Dienstag. 11. Mai 2021

Programmübersicht

 

14.30 UHR: Opening Statement, Begrüßung durch Eberhard Schrempf und Karl Stocker


_Panel 2: Changing Urban Climate

  • Speaker 1: Karlheinz Boiger, Breathe Earth Collective
    Titel: Can future cities perform like a forest?
  • Speaker 2: Aglaée Degros, TU Graz, Institut für Städtebau
    Titel: Urban Climate Surfaces
  • Speaker 3: Daria Mayskaya, Energie Steiermark Kunden GmbH
    Title: Future Energy Communities

_Panel 3: Designing for People

  • Speaker 1: Mariana González de la Rosa | Universidad Iberoamericana Puebla
    Titel: Alternative economies, another way to rethink design practices for the people
  • Speaker 2: Emanuel Barbosa | ESAD – College of Art and Design, Matosinhos Porto
    Titel: What can we do?
  • Speaker 3: Angus Campbell | Elam School of Fine Arts at the University of Auckland
    Titel: Designing with & beyond People

 

17.08 UHR: Closing

Panel 2
Changing Urban Climate

Moderation: Bernhard Puttinger
hosted by Green Tech Cluster

Das zweite Panel stellt das Thema Klima ins Zentrum, mit einem Fokus auf die besonderen Herausforderungen im urbanen Raum. Heute arbeiten bereits 80 Prozent der weltweiten Bevölkerung in Städten und großen Agglomerationen, vor allem in Asien und Lateinamerika. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Städte, denen der Klimakollaps droht, wenn nicht wirkungsvoll gegengesteuert wird. Dafür braucht es Ideen, politischen und städtebaulichen Willen und auch eine geeignete Infrastruktur, die es etwa ermöglicht, Energie auf lokaler Ebene zu produzieren, zu speichern und zu verbrauchen. Und: „Es braucht gut durchdachte Lösungen, damit Menschen die Klimawende aktiv und bilanziell wirkungsvoll vorantreiben“, so Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des Green Tech Clusters, der Kooperationspartner des Symposiums ist. Die zentrale Frage dabei ist: Wie kann Technologie Hand in Hand mit den Menschen gehen? Antworten darauf liefern Karlheinz Boiger vom Breathe Earth Collective (siehe dazu auch Seite 14 in diesem Magazin), die Architektin und Stadtplanerin Aglaée Degros von der Technischen Universität Graz und Gregor Taljan von Energienetze Steiermark.

 

 

_Speaker 1: KARLHEINZ BOIGER, BREATHE EARTH COLLECTIVE

Das Breathe Earth Collective ist ein transdisziplinäres Netzwerk von DesignerInnen, ArchitektInnen, LandschaftsarchitektInnen, UrbanistInnen und KünstlerInnen, die an der wichtigsten sozialen, ökologischen und technologischen Herausforderung unserer Zeit arbeiten: der Luft und dem Klima in Städten.
www.breatheearth.net

 

Abstract
Titel: Can future cities perform like a forest?

Urbane Verdichtungsräume, Städte, werden auch in Zukunft weiterwachsen. Bereits 2020 werden aufgrund von Urbanisierung mehr als 80% der Weltbevölkerung in Städten und städtischen Gebieten leben und arbeiten. Strategien zur Bewältigung des Klimawandels spielen daher eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Städte sowohl auf globaler als auch lokaler Ebene. Um die Lebensqualität in unseren Städten langfristig zu gewährleisten, müssen neue Wege zur Kühlung und Klimatisierung sowie zu Verbesserung der Luftqualität bestehender und gebauter Städte entwickelt werden, um der Bildung so genannter städtischer Wärmeinseln langfristig entgegenzuwirken. Verstehen wir die Stadt jetzt schon als Organismus, so müssen wir auch die Stadt der Zukunft als ökologischen Systemkörper sehen und so gestalten, dass er aktiv zum Klima und zur Umwelt beitragen kann. Dieser Ansatz ändert den Begriff der Architektur selbst: Architektur ist nicht mehr nur eine passive Hülle, die uns vor dem Klima schützt, sondern wird selbst Teil dieses lebenden Organismus im natürlich vernetzten System ‒ ein aktiver Teil des Komplexes.

 

 

_Speaker 2: AGLAÉE DEGROS | TU GRAZ, INSTITUT FÜR STÄDTEBAU

Aglaée Degros ist Professorin und Vorsitzende des Instituts für Städtebau an der Technischen Universität Graz sowie Stipendiatin der Freien Universität Brüssel. 2001 war sie Mitbegründerin von Stefan Bendiks Artgineering, einem Büro, das sich der Verbesserung der Beziehung zwischen Landschaft, Stadt und Infrastruktur widmet.
www.tugraz.at

 

 

Abstract
Titel: Urban Climate Surfaces

Anhand einer Reihe von Beispielen befasst sich der Vertrag mit der Umwandlung des Verkehrsraums in öffentlichen Raum und dem Potenzial, das eine solche Umwandlung für die Verbesserung des Klimas hat. Eine Neugestaltung des Verkehrsraums hat nicht nur Einfluss auf die Verkehrsteilung einer Stadt, sondern ermöglicht auch die Reaktivierung von Ökosystemen, weil Oberflächen entsiegelt werden können, was zu einem öffentlichen Raum mit mehr Grün und weniger Asphalt führt. So wird es auch möglich, den öffentlichen Raum besser in Stoffwechselzyklen zu integrieren und diese im Idealfall zu verbessern. Es ist also nicht nur eine Verbesserung der Luftqualität und eine Abschwächung der Auswirkungen von Städtischen Wärmeinseln durch Bepflanzung möglich, sondern eine generelle Verbesserung der Wasser-, Boden-, Material-, Abfall- und Energiekreisläufe.

 

_Speaker 3: Daria Mayskaya, Energie Steiermark Kunden GmbH

MA Daria Mayskaya hat einen Bachelor of Science in Ökologie und Nachhaltigkeit von der St. Petersburg State University und einen Master of Arts in Business von der IMC Krems University of Applied Sciences. Nach ihrer beruflichen Laufbahn bei einer Tochtergesellschaft der Gazprom und der Mondial GmbH & CO KG ist sie unter anderem seit 2014 in der Produktentwicklung und im Projektmanagement der Energie Steiermark Kunden GmbH tätig. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf der Digitalisierung energiebezogener Produkte und Energiegemeinschaften.

 

Abstract
Titel: Future Energy Communities

Ziel des Clean Energy Package der EU-Kommission ist es, Kunden zu ermöglichen, die benötigte Energie auf lokaler Ebene zu produzieren, zu speichern und zu verbrauchen. Im Vortrag werden die Konzepte vorgestellt, die derzeit in Österreich diskutiert und entwickelt werden. Zunächst werden die Anwendungsfälle und das Speicherkonzept aus dem Projekt Blockchain Grid vorgestellt, das sich auf die Umsetzung einer Local Energy Community durch reduzierte Netzentgelte und -abgaben konzentriert. Dann wird das Projekt CLUE vorgestellt, in dem werden weitere Konzepte für erneuerbare Energy Communities und Citizens‘ Energy Communities untersucht.

Panel 3
Designing for People

Moderation: Sigrid Bürstmayr
hosted by FH JOANNEUM

Bei allen unterschiedlichen Aufgaben von Design bleibt eines immer gleich: Design ist für den Menschen gemacht, und der Mensch steht folglich auch immer im Zentrum von Design. Dass dabei nicht alles überall gleich geeignet und sinnvoll ist, zeigt das dritte Panel des Symposiums. „Design ist immer auch abhängig vom kulturellen, geografischen und sozio-ökonomischen Background, in dem es entsteht“, meint Sigrid Bürstmayr, Designerin und Lehrende am Institut Design und Kommunikation der FH JOANNEUM. Dementsprechend heterogen sind auch die Speaker des Panels. Mariana González de la Rosa von der Universidad Puebla in Mexiko spricht darüber, wie soziale und solidarische Ökonomien im Designbereich vorangetrieben werden können, gerade auch vor dem Hintergrund teils schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse. Weitere Beiträge kommen von Angus Campbell von der Elam School of Fine Arts at the University of Auckland/Neuseeland sowie vom Designer und Designvermittler Emanuel Barbosa von der Designhochschule ESAD in Porto.

_Speaker 1: MARIANA GONZÁLEZ DE LA ROSA, COORDINATOR OF THE BA DEGREE IN INDUSTRIAL DESIGN, UNIVERSIDAD IBEROAMERICANA PUEBLA

Mariana de la Rosa © Luz De la Rosa

Mariana González de la Rosa ist Industriedesignerin und  CONACYT-Forschungsassistentin an der UNAM im Fachbereich Industriedesign. Weiters ist sie Managerin und Leiterin des Projekts „Saberes y Sabores de Puebla“ des UNESCO-Netzwerks für Cities of Design und betreut weitere Projekte im Bereich Kreativwirtschaft und Design. Unter ihren Veröffentlichungen gehören u.a. „Augmented Reality as a Tool to Build Identity and Appropriation of Public Spaces“ und „Geo Referenced Map for Participatory Design.“

 

Abstract
Titel: Alternative Volkswirtschaften: Ein weiterer Weg, um Designpraktiken für Menschen zu überdenken (Alternative economies, another way to rethink design practices for the people)

Wenn ökologische, politische, wirtschaftliche und soziale Bewegungen die Welt verändern, warum hält mexikanisches Industriedesign an traditionellen, ästhetischen Objekten fest? Als Koordinatorin eines Industriedesign-Programms agiere ich auf einem Markt, der vom Design als Hebel für den sozialen und nachhaltigen Wandel abgekoppelt ist. Diese Wurzel reicht noch tiefer, weil Mexiko an der Peripherie liegt, wo „Wirtschaftsentwicklung“ im Sinne einer weiteren Kolonialisierungsform die Designpraxis bestimmt. Design für Menschen muss auf unsere vielfältigen Realitäten fokussieren, denn dann ermöglicht ein „südliches“ Design-Verständnis eine alternative Ausbildung und Eingliederung in Sozial- und Solidarwirtschaftsmodelle, mit denen man auf die Anforderungen unseres Kontexts reagieren kann.

 

 

_Speaker 2: EMANUEL BARBOSA | DESIGNER, DESIGN EDUCATOR AND CURATOR, ESAD – COLLEGE OF ART AND DESIGN, MATOSINHOS PORTO

© João Pádua
Emanuel Barbosa ist ein Designer, Pädagoge und Forscher aus Porto, Portugal. Seit 1998 unterrichtet er Design an der ESAD Matosinhos. Von 2012 bis 2016 war er Creative Director des Magazins Casa International (Peking). Er ist Gründer und Mitglied des Start-ups From Denim to Green FDTG sowie Gründer und Präsident der Portuguese Cultural Association ACPT. Weiter fungiert er als internationaler Koordinator der ESAD und als Kurator und Förderer von Design- und Kreativitätsveranstaltungen in Porto, Matosinhos, Águeda, Lissabon, Berlin, London, Ludwigsbourg, Peking, Macau und Zhuhai. Seine Beiträge wurden in Baseline (UK), Pli (PT), Lookvision (PT), Slanted (DE), DeForma (ES), Package Design (CN), Identity (RU) und Casa International (CN) veröffentlicht.

 

Abstract
Titel: What can we do?

Das Wachstum der Textilproduktion und des Textilverbrauchs hat ökologische Konsequenzen, etwa die Rodung von Wäldern, die Verschmutzung von Flüssen, den Treibhauseffekt und eine ständige Bedrohung der Artenvielfalt.
Im Gegensatz zur Erdölindustrie und ihren Begleitprodukten wissen nur wenige, wie umweltschädlich und Ressourcen verschwendend die Modebranche tatsächlich ist. In Portugal etablierten einige Motivierte daher ein Sensibilisierungsnetzwerk mit dem Ziel, die Gesellschaft über die Umweltauswirkungen der Textilindustrie aufzuklären, ein Sammelnetzwerk für Altkleidung und Textilabfälle zu schaffen und neue umweltfreundliche Lösungen und Produkte herzustellen.

 

 

_SPEAKER 3: ANGUS CAMPBELL | DESIGN PROGRAMME LEAD AND SENIOR LECTURER, ELAM SCHOOL OF FINE ARTS AT THE UNIVERSITY OF AUCKLAND

 

Angus Campbell © Marie Aoun
Angus Donald Campbell ist Leiter des Designprogramms und Dozent an der Elam School of Fine Arts der Universität Auckland. Er ist Doktor in Entwicklungsforschung sowie Master in Industriedesign mit 18 Jahren Erfahrung mit Hochschullehre, praxisorientierter Forschung und als freiberuflicher Designer. Seine Arbeit konzentriert sich auf lokale und nachhaltige Innovationen im Spannungsfeld sozialer, technologischer und ökologischer Systeme.  www.angusdonaldcampbell.com

 

Abstract
Title: Designing with & beyond people

Die meisten Designer wollen „die Welt verändern“, doch obwohl Designprozesse partizipativer geworden sind, ist es schwierig, ohne Voreingenommenheit in fremden Kontexten mit extremer Ungleichheit zu arbeiten. Der Großteil meiner Designarbeit in Südafrika konzentrierte sich auf lokale, nachhaltige Innovationen im Spannungsfeld komplexer sozialer und technologischer Systeme. Mit einer bewusst antikolonialen Methode stellte ich fest, dass lokales, innovatives Laien-Design in Kombination mit meiner Design-Expertise als Verstärker vorhandener Graswurzel-Leidenschaft und Kreativität zu weitaus authentischeren und nachhaltigeren Ergebnissen führen kann. Angesichts zunehmender Umweltkrisen müssen sich Designer jedoch nicht nur im Kontext von Menschen, sondern auch in breiteren ökologischen Systemen positionieren.

SYMPOSIUM
Redesign the Future
10. und 11. Mai 2021, Online-Event

Der Link zum Live-Stream wird zeitnah online gestellt.

detaillierte Informationen zum Programm:
Tag 1, 10. Mai
Tag 2, 11. Mai

Das Symposium wird veranstaltet von der FH JOANNEUM und der Creative Industries Styria in Zusammenarbeit mit dem Green Tech Cluster.