Frauen & Design, Lectures
Women in Design USSR 1917 – Russia 2017
14. Mai 2019 | 13.00 — 14.30 | Joanneumsviertel Auditorium
Vortrag im Rahmen der FH JOANNEUM Lecture Days „COMMON! DESIGN FOR SOCIETY“
© Alexandra Sankova

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts, gleich nach der Revolution von 1917, begann ein neu gegründetes Land, die Sowjetunion, ganz von vorne und schuf eine neue Ideologie, ein neues Image und eine neue Lebensweise. Der neue Haushalt erforderte kollektive Arbeit, was für Frauen hieß, dass sie mehr Freiheit hatten. In Hausgemeinschaften leben, in Kantinen und Fabrikküchen essen, Kinder in Kinderkrippen und Kindergärten erziehen, an kulturellen, politischen und Freizeitaktivitäten teilnehmen, Sportstätten und Bibliotheken besuchen – Frauen mussten arbeiten und ein aktives soziales Leben führen. Männer und Frauen waren plötzlich gleichgestellt.
In den ersten Jahren nach der Revolution spielten Künstlerinnen und Designerinnen unter den Avantgarde-Pionieren eine bedeutende Rolle, darunter Lyubov Popova und Varvara Stepanova. Beide waren Professorinnen an der VHUTEMAS (Staatliche und Technische Schule) und arbeiteten in der ersten Textilfabrik, wo sie neue Stoffe entwarfen.
In den 1960er Jahren begann das Land, nachdem es sich vom Zweiten Weltkrieg erholt hatte, dem Design mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Frauen besetzten Führungspositionen in Design-Unternehmen wie Alla Levashova, die das Spezialbüro für Kunstdesign im Ministerium für die Lichtindustrie leitete, Svetlana Mirzoyan, die eine Expertin in der Riga Autobus-Fabrik war und Maria Maistrovskaya, eine führende Designerin im Institut für Möbelforschung.
Trotz aller politischen und sozialen Veränderungen im Land, arbeiten Frauen heute immer noch in verschiedenen Design-Bereichen. Sie gründen ihre eigenen Designbüros oder arbeiten als geladene Expertinnen für unterschiedliche Unternehmen. Zu den modernen Designern zählen Yekateriana Kopytina, Victoria Andreyanova, Anna Kulachek und viele andere bemerkenswerte, erfolgreiche Frauen.

Alexandra Sankova

Alexandra Sankova ist Generaldirektorin und Mitbegründerin des Moscow Design Museum, das 2012 mit dem Auftrag gegründet wurde, das Designerbe Russlands zu sammeln, zu erhalten und zu fördern. Zu den Ausstellungen, die sie im Museum kuratierte und mitkuratierte, zählen Sovjet Design 1950–1980 (2016, 2017), Packaging Design. Made in Russia (2013) und Discovering Utopia: Lost Archives of Sovjet Design (2016), welche die Utopia-Medaille bei der London Design Biennale 2016 erhielt, History of Russian Design 1917-2017 (2017, 2018), The Design System in the USSR und viele andere. Sie gründete die Non-Profit-Organisation New Graphics, die Ausstellungen und Bildungsveranstaltungen mit internationalen Experten in Russland organisierte und war Senior Advisor for Cultural Affairs in der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Moskau. Sie ist die Autorin von 23 (IndexMarket, 2010), einer Sammlung von Interviews mit führenden russischen Designern und Mitautorin von Designed in der UdSSR: 1950–1989 (Phaidon, 2018), VNIITE – Discovering Utopia (Unit Editions), 2018). Zusätzlich war sie Produzentin des Dokumentarfilms History of Russian Design (2018). Alexandra Sankova machte ihren Master of Arts in Grafikdesign an der Stroganov Moscow State University of Arts and Industry.

Wann
14. Mai 2019 | 13.00 — 14.30
Wo