Design nach einer Pandemie
von Stuart Walker

Etwa sechs Monate nach der COVID-19-Pandemie veröffentlichten die Vereinten Nationen ihre Research Roadmap for the COVID-19 Recovery (auf Deutsch: Forschungs-Roadmap fĂŒr die Erholung nach COVID-19). Der Bericht zeigt deutlich, dass die Pandemie bereits bestehende globale Unterschiede, Schwachstellen und nicht nachhaltige Praktiken noch deutlicher sichtbar gemacht und ihre Auswirkungen verstĂ€rkt hat. Eine Erholung von ihren Folgen, wird angefĂŒhrt, wĂŒrde erhebliche Anstrengungen in vielen Bereichen erfordern, beispielsweise einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung und dazugehörigen Dienstleistungen und Systemen, sicherere und breitere Sozialprogramme und eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Wohnraum und Bildung; Nahrungsmittelsicherheit, die Bereitstellung von Pflegediensten, die Sicherung des Lebensunterhalts und den Schutz von Kleinunternehmen; eine verstĂ€rkte multilaterale Zusammenarbeit sowie Investitionen, Schuldenerlass und regionale Zusammenarbeit in Handelsfragen; die Sicherstellung der Resilienz ökologischer Systeme und ein verbesserter sozialer Zusammenhalt durch Dialog, Interessenvertretungen, Empowerment, faire Dienstleistungen und Good Governance (UN-Roadmap 2020, S. 15–16). Eine lange und durchaus ehrgeizige Liste!
Die GrĂ¶ĂŸenordnung der Forderungen zeigt aber auch, dass der Handlungsbedarf auf globaler Ebene die einzigartige Möglichkeit bietet, Gesellschaften neu zu definieren, wobei der Schwerpunkt auf Menschenrechten und einem tiefen Wandel liegen sollte, die dazu beitragen, eine positivere und hoffnungsvollere Zukunft fĂŒr alle zu gewĂ€hrleisten. Umfang und Tragweite der UN-Agenda bedeuten eine Anerkennung der durch COVID-19 aufgedeckten Schwachstellen und der grundlegenden AbhĂ€ngigkeiten zwischen Menschen, Nationen, Systemen und der natĂŒrlichen Umwelt.

Trotz der AktualitĂ€t und der guten Absichten des UN-Berichts beunruhigt mich der Untertitel des Berichts ‒ Leveraging the Power of Science for a More Equitable, Resilient and Sustainable Future (auf Deutsch: Wissenschaft im Dienste einer gerechteren, belastbareren und nachhaltigeren Zukunft) ‒ dem zufolge die Wissenschaft der Welt die besten Chancen fĂŒr einen positiven Weg in die Zukunft biete. Diese Behauptung ließ mich innehalten. Der Begriff „Wissenschaft“, der allgemein im Sinne von „Naturwissenschaften“ verstanden wird, umfasst hier offensichtlich viele Fachgebiete, einschließlich der Ingenieurwissenschaften und Sozialwissenschaften, sowie Geisteswissenschaften wie Literatur, Geschichte und Religion, die nachweislich keine Wissenschaften sind (UN-Roadmap 2020, S. 14). Von KreativitĂ€t hingegen ist nicht die Rede, und die KĂŒnste werden nur nebenbei erwĂ€hnt. Im Bericht geht es hauptsĂ€chlich darum, die „Macht der globalen Wissenschaft“ zu demonstrieren und die Umsetzung einer Reihe wissenschaftsbasierter Strategien, etwa die Skalierung der Dateninfrastruktur, die Implementierung schneller Lernsysteme und die Mobilisierung von Wissen, zu fördern (UN-Roadmap 2020, S. 6, 9).

Derzeit verlassen wir uns im Umgang mit aktuellen und zukĂŒnftigen Pandemien auf Fortschritte in der Wissenschaft und loben ‒ zu Recht ‒ die HerkulesbemĂŒhungen von WissenschaftlerInnen bei der Entwicklung von Impfstoffen. Kein vernĂŒnftiger Mensch bestreitet ihre enormen BeitrĂ€ge insbesondere zum Gesundheitswesen. Wenn es jedoch darum geht, einen Weg fĂŒr eine Besserung des Zustandes zu finden, besteht die reale Gefahr, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, indem man auf die tieferen und umfassenderen Fragen mit dem Fortschrittsdenken antwortet. Genau dieses jedoch hat dem Menschen selbst, anderen Arten und unserer natĂŒrlichen Umgebung Schaden gebracht.

Die modernen Gesellschaften glauben seit langem an den „Fortschrittsmythos“, den sie selbst erfunden haben. Er wird in erster Linie von den BeitrĂ€gen der Wissenschaft angetrieben und als kontinuierlicher AufwĂ€rtstrend einer Verbesserung verstanden. Die Vereinten Nationen sind offenbar bestrebt, diese Annahme aufrechtzuerhalten und zu fördern, obwohl sie nachweislich falsch ist. FĂŒr sie hat die Wissenschaft weiterhin Vorrang vor anderen Bereichen des menschlichen Wissens und Fachwissens. Allerdings bröckelt der Fortschrittsglaube schon seit einiger Zeit. Die Zukunft hĂ€lt nicht mehr, was sie verspricht – sie ist eher ein Ort der Angst denn der Hoffnung (Sachs, 2010). Wie Philosoph John Gray sagt, legt ein Virus, das enorme Verluste an Menschenleben, Not, die Trennung von Familien und Verlust von Lebensunterhalt, Einkommen, Bildung und Möglichkeiten verursacht hat, die Hohlheit des profanen Fortschrittsglaubens bloß (Gray, 2020). Die Pandemie deckt auf, wie angreifbar wir durch Globalisierung, das Outsourcing von Fertigung und das Niederfahren unserer eigenen ProduktionskapazitĂ€ten geworden sind. Und sie erinnert uns daran, dass wir jene gesellschaftlichen Aufgaben, die fĂŒr ein Funktionieren der Gemeinschaften in schwierigen Zeiten besonders wichtig sind – jene des Gesundheitspersonals, der AltenpflegerInnen, der SupermarktmitarbeiterInnen, ZustellerInnen, MĂŒllsammlerInnen und freiwilligen HelferInnen in der stĂ€dtischen Essensausgabe – besser anerkennen.

Die weitreichenden Ziele der Vereinten Nationen fĂŒr eine erfolgreiche Erholung nach der Krise können nicht allein durch BeitrĂ€ge der Wissenschaft erreicht werden, sondern erfordern einen weitaus ganzheitlicheren Ansatz. Einen Ansatz, der auch die Expertise von PĂ€dagogInnen, PhilosophInnen, LinguistInnen, politischen EntscheidungstrĂ€gerInnen, KĂŒnstlerInnen und VertreterInnen der angewandten Kunst integriert. Und er erfordert jenes gemeinsame Denken, das fĂŒr das traditionelle Wissen so grundlegend ist, wie bestimmte WissenschaftlerInnen (Walker, 2021, S. 121) bereits erkannt haben. Nur wenn wir uns kreativere, einfallsreichere Wege vorstellen und integrierte, ausgewogene und kontextuelle AnsĂ€tze verfolgen, können wir sicherstellen, dass unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse und technologischen FĂ€higkeiten von humanen, ethischen und fairen Entwicklungsformen begleitet und in bestimmten FĂ€llen von diesen gemildert werden.

Wenn wir tatsĂ€chlich eine nachhaltigere, inklusivere und belastbarere Zukunft fĂŒr alle schaffen wollen, mĂŒssen wir den Perspektiven und Glaubenssystemen anderer viel mehr Aufmerksamkeit zollen ‒ ebenso wie PrioritĂ€ten und Bestrebungen, die ĂŒber den weltlichen Pragmatismus hinausgehen ‒ Werten, die Selbst und Selbstsucht transzendieren und MitgefĂŒhl, Empathie, NĂ€chstenliebe, Menschlichkeit und Erhaltung fördern. Eine stĂ€rkere BerĂŒcksichtigung dieser Eigenschaften ermöglicht es uns, die BeitrĂ€ge der Wissenschaft in den grĂ¶ĂŸeren Kontext der Bedeutung des Menschen und dessen Stellenwerts zu stellen. Sie tragen dazu bei, unsere BemĂŒhungen nach Werten auszurichten, die das Gemeinwohl vor das Eigeninteresse stellen, die Sorge um andere und die Natur betonen und die Besonderheiten von Ort, Kontext und Tradition respektieren.

Zu solch einem neuen Ansatz gehören auch unsere persönlichen Einstellungen und Bestrebungen. Unser Eifer, etwas zu tun, ist möglicherweise ĂŒbersteigert – stĂ€ndig organisieren, starten, verkĂŒnden, forschen, ĂŒberlegen, innovieren und entwickeln wir etwas weiter. Über dieser Rastlosigkeit haben wir womöglich die FĂ€higkeit, einfach nur zu sein verloren. Der Weg zur Erholung könnte und sollte viel weniger Tun und viel mehr Sein, Sehen, Zuhören, Nachdenken und WertschĂ€tzen beinhalten. So könnten wir von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren und gleichzeitig unsere Maßnahmen ĂŒberlegter, gerechter und sensibler auf die BedĂŒrfnisse und die Natur der Menschen abstimmen.

Kierkegaard zufolge ist das Ethische als solches das Allgemeine, und die ethische Aufgabe des Einzelnen, sich selbst immerzu in diesem auszudrĂŒcken, sein Einzelsein aufzuheben, um das Allgemeine zu werden (Kierkegaard, 2020, S. 237). Wer sich selbst verleugnet und sich der Pflicht aufopfert, der gibt das Endliche auf, um das Unendliche zu ergreifen (Kierkegaard, 2020, S. 245).

FĂŒr DesignerInnen bedeutet das nicht, den eigenen Sinn fĂŒr kreativen Ausdruck aufzugeben, weil es jemand anders so verlangt. Es bedeutet vielmehr, egoistische Tendenzen in der Designpraxis zugunsten eines sinnstiftenden Beitrags links liegen zu lassen ‒ Design als Opfer und Verpflichtung. Vielleicht kann dies nie ganz erreicht werden, aber mit diesem höheren Zweck zu entwerfen ist mit Sicherheit ein edleres Ziel, als sich durch die kleineren, niedrigeren Horizonte seines Selbst einzuschrĂ€nken. Ein solcher Weg befĂŒrwortet kein universelles Design in EinheitsgrĂ¶ĂŸe – im Gegenteil: Es ist ein Ich-loses Design, das sich naht- und schadlos in die Welt einfĂŒgt, indem es die EinschrĂ€nkungen und UmstĂ€nde des Spezifischen berĂŒcksichtigt. DesignerInnen mĂŒssen die Besonderheiten des Kontextes beobachten, ihnen zuhören und sich mit ihnen vertraut machen.

Wie aber können DesignerInnen sichergehen, dass ihre Vorgehensweise die richtige ist? Sie können ihre Verantwortung nicht einfach an andere, die „Gesellschaft“ oder den Staat abgeben. Anderen das Wort reden oder einfach nur Vorschriften einzuhalten bedeutet, sich niemals den ethischen Fragen zu stellen, die fĂŒr das moderne Design so wichtig sind. Wenn DesignerInnen auf ihre Verantwortung verzichten, verzichten sie auch auf die Chance, zu wachsen – ob als PraktikerInnen oder als Individuen. Mehr noch: DesignerInnen dĂŒrfen nicht wieder ‚das Ergebnis ihrer Arbeit beurteilen‘. Wenn man sich auf einen Designprozess einlĂ€sst, gibt es noch kein Ergebnis. DesignerInnen mĂŒssen sich „en route“, also wĂ€hrend ihres Schaffens mit diesen ethischen Problemen befassen und unzĂ€hlige Entscheidungen treffen, die insgesamt das Ergebnis bestimmen. Sie können dies nicht nachtrĂ€glich tun. Falls die DesignerInnen, die handeln sollen, sich selbst nach dem Ausfall beurteilen wollen, so gelangen sie nie dahin, anzufangen (Kierkegaard, 2020, S. 248).

All diese kleinen Entscheidungen auf dem Weg werden, ob richtig oder falsch, in das Ergebnis eingebettet und sind nicht von diesem zu unterscheiden. DesignerInnen mĂŒssen daher irgendetwas in der Hand haben, um sich zu vergewissern, dass sie am richtigen Ausgangspunkt anfangen, und sie mĂŒssen bei jedem ihrer Schritte wachsam sein. Der Prozess erfordert eine Kombination aus Preisgabe und Vertrauen – Preisgabe eigener PrioritĂ€ten und Vertrauen in eine grĂ¶ĂŸere, höhere Vision. Dies bedeutet, auf den kreativen Prozess und die Entscheidungen zu vertrauen, die man trifft, ohne aber alle Informationen zu kennen, alle Daten zu haben, ohne das ganze Bild zu sehen und ohne genau zu wissen, wie das Ergebnis aussehen wird. Fehler sind unvermeidbar – wir werden welche machen –, aber Zweifel und Ängste vor dem Scheitern dĂŒrfen uns nicht lĂ€hmen oder daran hindern, nach Höherem zu streben.

Die UN-Roadmap verweist auf eine Reihe großmaßstĂ€blicher Dilemmata und Probleme, die ĂŒber den Rahmen und die Aufgabenstellung einzelner DesignerInnen hinausgehen; StĂ€rkung des Gesundheitswesens, Ausweitung der Sozialprogramme, Aufbau multilateraler Kooperationen, Verbesserung des sozialen Zusammenhalts usw. Auf alle FĂ€lle mĂŒssen Designer ihren Part spielen, und wie immer ihr spezifischer Fachbereich beschaffen sein mag ‒ die DesignerInnen werden mit praktischen Fragen zu Details von Form, Funktion, Benutzerfreundlichkeit und Erschwinglichkeit konfrontiert. Die Diskussion sollte daher weniger auf große PlĂ€ne in einer unbestimmten Zukunft als vielmehr auf das Wesentliche, auf die AlltagstĂ€tigkeiten der Gegenwart abstellen. DesignerInnen mĂŒssen im Hier und Jetzt Entscheidungen treffen, wenn sie ein bestimmtes Designergebnis entwickeln. DesignerInnen arbeiten im entscheidenden Moment, wenn Theorie auf Praxis trifft.

Diese Themen sind besonders wichtig, wenn es darum geht, aus der COVID-19-Pandemie zu lernen und eine gerechtere, fĂŒrsorglichere, umweltbewusstere und sicherere Zukunft aufzubauen. Die Pandemie fĂŒhrte zumindest in den frĂŒhen Stadien des Lockdowns zu einer dramatischen Verringerung der Luftverschmutzung: keine Kondensstreifen am Himmel, die Aussicht klar und hell; Wildtiere durchstreiften die Stadt und in der merklich stilleren Welt zwitscherten wieder die Vögel. Das Virus bietet uns die Gelegenheit, innezuhalten und die Welt und uns selbst klarer zu sehen – ohne die GeschĂ€ftigkeit, Ablenkungen und die Hetze, zu dem das moderne Leben geworden war. Ein Leben, in dem niemand mehr Zeit hatte und geneigt war, zu schauen, zuzuhören oder wirklich nachzudenken (Williams, 2020, S. 4–22).

Die durch die Pandemie verursachte soziale Distanz half uns zu erkennen, wie wichtig Familie, FreundInnen, NachbarInnen und Gemeinschaft und ihr Beitrag zur Bereicherung unseres Lebens durch ihre bloße Anwesenheit sind. An diesen Punkt mĂŒssen wir anknĂŒpfen, wenn wir „Design“ neu interpretieren ‒ fĂŒr nachhaltigere, gerechtere und belastbarere Lebensweisen mit mehr Engagement fĂŒr die Menschen und Orte, an denen wir uns befinden. Ein Engagement mit dieser Perspektive, statt vagen Visionen, abstrakten und anonymen Konzepten, fĂŒr AktivitĂ€ten, die einen direkten, zwischenmenschlichen Kontakt implizieren, wo wir andere als vollwertige Menschen sehen und besser in der Lage sind, uns der konkreten Auswirkungen unserer Entscheidungen bewusst zu werden, das ist, wie Papanek sagt, ein Design for the real world: offen, ehrlich, mit gutem Gewissen und verantwortungsvoll.

In dieser Weiterentwicklung mĂŒssen wir uns davor hĂŒten, die Fehler der Moderne zu wiederholen, die uns alles umfassende Visionen einer idealen Welt aufzwingen wollte, einer Welt unabhĂ€ngig von den Instinkten, Bestrebungen und WĂŒnschen gewöhnlicher Leute (Scruton, 2016, S. 65–85). DesignerInnen können einen wertvollen Beitrag leisten, wenn sie ihre Behutsamkeit, ihre Liebe zum Detail, ihre Ă€sthetische SensibilitĂ€t und ihren Sinn fĂŒr moralische Rechtschaffenheit in die Schaffung all der Alltagsdinge einfließen lassen. Sie können eine Art Design verfolgen, das dem Ort verpflichtet ist und ihn achtet, und so dazu beitrĂ€gt, eine Welt zu schaffen, in der wir uns zugehörig fĂŒhlen. Das bedeutet ein Design ohne großen Gestus, das sich auf BewĂ€hrtes stĂŒtzt und mehr BestĂ€ndigkeit und StabilitĂ€t vermittelt. Es ist eine Form des Designs, die zum Aufbau von KapazitĂ€ten und von Expertise innerhalb der Gemeinschaft und zu nĂŒtzlicher, erfĂŒllender BeschĂ€ftigung beitrĂ€gt. In der Forschung unter meiner Leitung in den vergangenen Jahren haben wir festgestellt, dass viele kleine Herstellerunternehmen dies bereits tun. Sie motivieren sich eher nicht durch Geld oder die stĂ€ndige VergrĂ¶ĂŸerung ihrer GeschĂ€fte, sondern möchten einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten, nachhaltige Arbeitsweisen entwickeln und verantwortungsvolle, umweltfreundliche Ergebnisse erzielen. Die UnterstĂŒtzung und Förderung solcher Unternehmen und das Entwerfen mit ihnen kann einen Domino-Effekt haben. Sie können zur Senkung der öffentlichen Ausgaben in Sektoren wie Abfallentsorgung und Sanierung ebenso beitragen wie zur Drosselung des Verkehrsaufkommens und der Luftverschmutzung. Sie können lokale, inklusive BeschĂ€ftigungsformen schaffen und das Beste aus lokalen Ressourcen und sonstigen lokalen WirtschaftsgĂŒtern herausholen, gemeindenahe Lösungen aller Art und eine robuste, resiliente und stark diversifizierte Wirtschaft fördern. Wie Sachs bereits sagte, „entsteht nur an solchen Orten Vielfalt, an denen Menschen ihre Gegenwart in ihre ganz spezifische Geschichte einweben
 Sowohl in der Kultur als auch in der Natur liegt in der DiversitĂ€t das Potenzial fĂŒr Innovationen und eröffnet den Weg fĂŒr kreative, nichtlineare Lösungen.“ (Sachs, 2010).

Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit, kollaborative Mehrgenerationenunternehmungen aufzubauen, die in der Lage sind, jene Dinge zu bewahren, die wir am meisten schĂ€tzen (Scheffler, 2013, S. 33). Dies bedeutet, Überschuss, Überproduktion und Abfall zu eliminieren und sich auf die Aspekte zu konzentrieren, die aus unseren EntwĂŒrfen konkrete Ausdrucksformen von Menschen, Orten und Traditionen sowie Manifestationen kultureller Bedeutung und QualitĂ€t machen.

 

Stuart Walker © magination Lancaster

Professor Stuart Walker hat den Lehrstuhl fĂŒr Design fĂŒr Nachhaltigkeit an der Lancaster University in Großbritannien inne, wo er das ImaginationLancaster Design Research Lab mitbegrĂŒndet hat. Er ist außerdem Gastprofessor fĂŒr Nachhaltiges Design an der Kingston University in London und emeritierter Professor an der University of Calgary in Kanada. Seine Forschung untersucht ökologische, soziale und spirituelle Aspekte der Nachhaltigkeit. Seine konzeptuellen Designarbeiten wurden international ausgestellt. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehörten unter anderem Sustainable by Design; Design for Life und Design Realities.

www.stuartwalker.org.uk

Literaturverweise

  • UN Roadmap (2020) UN Research Roadmap for the COVID-19 Recovery: Leveraging the Power of Science for a More Equitable, Resilient and Sustainable Future, Vereinte Nationen, New York, NY, November 2020, S. 15–16, in: https://www.un.org/en/pdfs/UNCOVID19ResearchRoadmap.pdf, Stand 11. Februar 2021.
  • UN Roadmap (2020) UN Research Roadmap for the COVID-19 Recovery: Leveraging the Power of Science for a More Equitable, Resilient and Sustainable Future, Vereinte Nationen, New York, NY, November 2020, S. 14, in: https://www.un.org/en/pdfs/UNCOVID19ResearchRoadmap.pdf, Stand 11. Februar 2021.
  • UN Roadmap (2020) UN Research Roadmap for the COVID-19 Recovery: Leveraging the Power of Science for a More Equitable, Resilient and Sustainable Future, Vereinte Nationen, New York, NY, November 2020, S. 6, 9, in: https://www.un.org/en/pdfs/UNCOVID19ResearchRoadmap.pdf, Stand 11. Februar 2021.
  • Sachs, W. und Sachs, W. (2010). One world. In W. Sachs (Hrg.), The development dictionary. (2te Edition). [Online]. London: Zed Books. In: http://ezproxy.lancs.ac.uk/login?url=https://search.credoreference.com/content/entry/zeddev/one_world/0?institutionId=3497, Stand 21. November 2020.
  • Gray, J. (2020) Secular faith has no answer to the coronavirus, Catholic Herald, Herald House, London, 15. May 2020, in: https://catholicherald.co.uk/secular-faith-has-no-answer-to-the-coronavirus/, Stand 17. Mai 2020.
  • Walker, S. (2021) Design and Spirituality: a philosophy of material cultures, Routledge, Oxford, S. 121.
  • Kierkegaard, S. (1843; 2020) Furcht und Zittern [Übers.]. MĂŒnchen: dtv
  • Kierkegaard, S. (1843; 2020) Furcht und Zittern [Übers.]. MĂŒnchen: dtv
  • Kierkegaard, S. (1843; 2020) Furcht und Zittern [Übers.], MĂŒnchen: dtv
  • Williams, R. (2020) Candles in the Dark: Faith, Hope and love in a Time of Pandemic, Society for Promoting Christian Knowledge (SPCK), London, S. 4–22.
  • Scruton, R. (2016) Confessions of a Heretic, Nottinghill Editions, London, S. 65–85.
  • Sachs, W. (1993) (Hrg.) Wie im Westen so auf Erden. Ein polemisches Handbuch in der Entwicklungspolitik. Reinbek: Rowohlt.
  • Scheffler, S. (2013) Death and the Afterlife, Oxford University Press, New York, NY, S. 33.